Fachschaft Erdkunde am  Priv. Paul-Schneider-Gymnasium in 55590 Meisenheim

Exkursion  des Leistungskurses Erdkunde 11/2 am 25.02.2000 zum Aussiedlerhof  Bernd-Willi Schlicher , An der Steige, 67749 Offenbach-Hundheim 2

                     Inhalt:   [ Lage ]     [ Betriebsspiegel ]    [ Ansicht ]     [ Exkursionsbericht ]    [ Impressum ]

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A. Lage

Topraphische Karte 1 : 25 000 Luftbild
Topographische Darstellung auf der Grundlage der TK 25 veröffentlicht mit Erlaubnis des Landesvermessungsamtes Rheinland-Pfalz vom 29.02.2000, Az.: 26 722-1.61 ( Stand 1993 ) Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von IFB - Institut Bilddokumentation , 67663 Kaiserslautern ( Stand 1998 )
Auf der topografischen Karte erkennt man den Hof  Schlicher im südlichen Teil . Die neueren Gebäude ( Rinderstall u. Wohnhaus)  fehlen noch auf dieser Ausgabe der Karte. Der Hof  Schlicher befindet sich am unteren rechten Kartenrand. Das Luftbild zeigt den Rinderstall mit der Silo- und der Gülleanlage. Die Wohngebäude und die Schweinemastanlage sind nicht mehr erfasst.

B. Betriebsspiegel ( Quelle: Herr Schlicher) 

1. Betriebswirtschaftliche Ausrichtung

Betriebszweige:      Milchkühe, Mastschweine , Ackerbau

2.Natürliche Voraussetzungen

Höhe über NN: 160-350 m          Niederschläge/Jahr:  570 mm           Durchschnittliche Jahrestemperatur:   8,5 ° C

Bodenqualität: 30-60 Bodenpunkte

3. Fläche und Anbauverhältnisse

LF gesamt 188 ha  

davon Grünland 80 ha     

davon Ackerland 106 ha  : Getreide 60 ha , Raps 28 ha , Zuckerrüben 3 ha,  Stilllegung 15 ha

4. Viehhaltung

Milchkühe 65 Stück    Leistung : 7719kg, 4,24% Fett und 3,43% Eiweiß

Mastschweine 300 Stück

5. Fütterungstechnik

Transponder  2 Kraftfutterkomponenten    und ein Futtermischwagen 14 m2  Horizontalmischer

C. Ansicht ( Bilder K.-W. Augenstein)

Rinderstall
Rinderlaufstall
Wohngebäude mit Schweinezuchtanlage
Wohngebäude (vorne) mit Schweinezuchtanlage (hinten)
Schweinezucht
Ansicht der Schweinemastanlage mit  Futtersilo

C. Exkursionsbericht ( Yvonne Bückmann  u. Ursula Rings )

Nachdem die Familie Schlicher 1966 vor die Entscheidung gestellt wurde, umzusiedeln oder die Landwirtschaft aufzugeben , entschieden sie, einen Aussiedlerhof außerhalb von Hundheim aufzubauen. Früher diente ein ha  zur Wohnfläche und 89 a wurde landwirtschaftlich genutzt. Da er sich dem Strukturwandel beugen musste und schwere Handarbeit bzw. der steigende Platzbedarf der Kühe ( durch Züchtung nahm die Durchschnittsgröße der Kühe zu)  dazu zwangen, seinen Betrieb umzubauen ( Umstellung auf Laufstall ) und ihn auch zu mechanisieren ( Produktivitätssteigerung ) .

Neben 65 Milchkühen besitzt Herr Schlicher einen seltenen Zuchtbullen ("Glandonnersberger") und 300 Mastschweine, jedoch züchtet er nicht auf Milchwirtschaft , sondern verkauft seine Kälber und ersteigert Fersen auf Auktionen. Anfangs versuchte er in seinem Stall Besamung durchzuführen , doch warf diese Umstellung Probleme auf, die ihn dazu zwangen sein Vorhaben aufzugeben.

Die Kühe verbrauchen täglich 22 kg Futter. Davon 6 kg  Biertreber, 11 kg energiereiches Restschnitzel von Zuckerrüben und 2 kg Kraftfutter, welches den Kühen durch ein computergesteuertes Silo zugeführt wird ( die Kühe werden durch Sender erkannt und können alle 3 Stunden ihre Futterration erhalten ).Umweltentlastend wirkt sich die 80 %  Futtereigenproduktion aus. Die Entsorgung der Gülle wird durch den Spaltboden erleichtert , da die darunter liegende Kammer nach Bedarf ausgepumpt werden kann.

Herr Schlicher verbringt 2x täglich ( 5:00 Uhr und 17:00 Uhr ) ca. 1,5 Stunden damit seine Kühe zu melken. Der "Seit bei Seit Melkstand" ermöglicht dem Melker eine kürzere Wegstrecke und der Kuh ein schnelleres Verlassen des Melkstandes . Die Durchschnittsmenge, die eine Kuh in der Minute abgeben kann, liegt zwischen 1,2 und 2,4 Litern . Nachdem jede Kuh ca. 10- 12 Min. gemolken worden ist , wird die Milch in einen Sammelbehälter gepumpt und danach in einem Kühltank auf 4 Grad C heruntergekühlt. Alle zwei Tage wird die Milch von der Produktionsstelle Thalfang abgeholt. Diese Weiterverarbeitungsstelle hat sich auf die Produktion von Dosenmilch spezialisiert und exportiert weltweit in 50 Länder. Unter anderem gibt es noch zwei weitere Produktionsstellen , zum einen in Saarbrücken , die sich auf die Produktion von Frischprodukten (Sahne und Quark ) spezialisiert hat, und zum anderen in Kaiserslautem ( Spezialisierung auf  Kakao und weitere Milchgetränke ) . Herr Schlicher muss sich strengen Hygienerichtlinien unterziehen und seinen Tank täglich reinigen. Bei einem |Überschreiten des Milchkontingents werden ihm gewisse Prozentsätze seines Milchgeldes abgezogen , jedoch versucht er sein Milchkontingent einzuhalten.

Seine Felder verteilen sich auf 10 Gemarkungen , die sich im Umkreis von 6 km verteilen. Diese Streulage , die durch Strukturwandel und Realerbteilungsrecht hervorgerufen wurden, erschweren ihm die Bewirtschaftung. Seine Felder lässt er im Lohn dreschen , da sich der Kauf eines Mähdreschers nicht lohnen würde . Über eine erneute Flurbereinigung ist er geteilter Meinung. Eine weitere verbandsgemeindeweite Flurbereinigung würde zwar die Felder vergrößern ( rentabler ) und die Produktionskosten senken , jedoch ist es eine langwierige Sache , da die Zuteilung der Felder 10-12 Jahre dauert. Herr Schlicher tendiert zu einem freiwilligen Landtausch , dessen Vorteil unter anderem bei geringen Kosten liegen. Letztlich wäre noch zu erwähnen, dass der Hof ein Familienbetrieb ist und vom Betreibsinhaber, seiner Frau, einem Lehrling, seinen Eltern und in der Hochsaison ( Mai und August/September ) von seinem Bruder bewirtschaftet wird.

Info über Offenbach-Hundheim


Impressum: K.-W. Augenstein, Hauptstr.74, 67749 Offenbach-Hundheim,  e-Mail

Stand: 26. Oktober 2004