Königsberg

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    Natur: Sonnenfinsternis am 11.08.1999 auf dem Potzberg/ Kreis Kusel    
         
   

Der Beobachtungspunkt lag genau an der Nordgrenze der Totalitätszone ( nach den Angaben der Sternwarte Neunkirchen): Der Blick reichte vom 562 m hohen Potzberg in den Landstuhler Bruch bis zu den nördlichen Höhen des Pfälzerwaldes direkt in diese Totalitätszone. Die Aufnahmen entstanden im dortigen Wildpark. Die Bilder werden hier so gezeigt, wie es die Digitalkamera "gesehen" hat. Allerdings mussten die ca. 500 KB großen Bilddateien auf ca. 5 KB komprimiert werden. Die Vorgänge in der Natur waren Schwerpunkt der Beobachtung.

   
11.20 h   Erster Kontakt : ( Beginn der partiellen Phase )

Soeben lässt eine Wolkenlücke erkennen, dass der Mond sich über die Sonne zu schieben beginnt. Tiefe Wolken ziehen über den Berg. Ein frischer Wind weht bei einer Temperatur von 17.5 ° C. Die Lichtverhältnisse sind noch unverändert.

 
         
11.44 h  

Während dieser partiellen Phase hat der Mond wohl schon ein Drittel der Sonne verdeckt. ( Ich kann dies wegen der dichten Bewölkung nur erahnen.) Die Dämmerung nimmt rasch zu, wesentlich verstärkt durch aufziehende Regenwolken. Ein kühler östlicher Wind frischt auf - die Temperatur sinkt. Es handelt dabei wohl um den Wolkenschirm des unten näher erläuterten Mesotiefs.

 
         
12.13 h   Trotz einer Bedeckung der Sonne von ca. 70% wird es wieder heller, weil diese kurzzeitig aus Wolkenlücken hervorschaut. Die Dämmerungsphase hat ( soweit erkennbar ) auf die Blütenpflanzen keinen Einfluss.  
         
12.27 h   Zweiter Kontakt: ( Einleitung der Phase der totalen Verfinsterung )

Selbst kurz vor der totalen Finsternis ist es noch relativ hell ( Bedeckungsgrad nun ca. 90%). Unbeeindruckt vom Naturereignis äsen die Wildtiere im Park weiter ( vgl. im vorderen Mittelgrund am linken Bildrand ). Ich warte auf das Durchrasen des Mondschattens - trotz angespannter Aufmerksamkeit ist er nicht zu erkennen. Der "Finsterniswind" weht beständig - die Lufttemperatur ist auf 14° C gesunken.

 
         
12.28:13 h   Der Blick mit der Kamera zum Himmel: Ein etwas ungenauer "Zielschuss" aus der freien Hand lässt die Sonne erahnen . Nun ist sie fast vollständig vom Mond bedeckt. Leider überstrahlt auch dieses Restlicht die Aufnahme sehr stark.  
         
12.28:31 h   Dritter Kontakt: ( Phase der Totalität wird beendet )

Plötzlich "zappenduster".......... Stille in der Natur........Es ist einfach zu dunkel zum Fokussieren für die Digitalkamera - irgendwie "gelingt" diese unscharfe Abbildung von einem Fotostativbein.... "Da , in der Wolkenlücke ein Stern, " sagt jemand. Sonnenschutzbrille ab - ich versuche die Korona zwischen vorbeihuschenden Wolkenfetzen zu erkennen. Der Blick geht auch zum östlichen Horizont. Zwischen der Wolkendecke und den Berggipfeln erkenne ich einen fahlgelben Lichtstreifen. Besucher beobachten, dass sich einige Tiere zum Schlafen hinlegen. Vögel suchen ihre Schlafplätze im Wald auf.

 
         
ca.12.30h   Dies ist eine Kopie von einer Diaaufnahme vom gleichen Standort. Nach der sehr kurzen Dunkelphase  zeigt der Blick durch das Teleobjektiv die partielle Finsternis.  
         
12:30 h   Schon nach weniger als einer Minute wird es wieder heller .Am Nordrand der Totalitätszone scheinen immer wieder kurze Sonnenblitze den freien Blick auf das Ereignis zu verwehren. Die Landschaft wird wieder in fahles Licht gehüllt. Es reicht gerade aus für diese etwas verwackelte Aufnahme.  
         
12:34 h   Erstaunlich schnell nimmt die Helligkeit wieder zu . Dies ist wohl  eine Täuschung unseres Sehempfindens, denn nach der Dunkelphase wird dann das Sonnenlicht eher als zu hell wahrgenommen. Die Temperatur steigt langsam an.  
         
12:39 h   Das Hotel Potzberg ist wieder gut erkennbar. Warum taucht erst jetzt dieser freie Himmelsfleck auf ?  
         
12:58 h   Im Sonnenschein kann man während dieser partiellen Phase ein seltsames Naturschauspiel beobachten: Unter dem Blätterdach von Bäumen wird auf einer weißen Fläche gleich mehrfach der augenblickliche Zustand der Finsternis abgebildet. Die Lücken im Blätterdach führen nämlich  durch den " Lochkameraeffekt " zu dieser Abbildung von der Bedeckung der Sonne. Durch diesen Trick kann man ohne Gefahr für das Auge die Vorgänge  verfolgen.

Vierter Kontakt: ( Abschluss der partiellen Verfinsterung )

Ende der Finsternis um 13:53 Uhr.

 

Nachwort zum Sonnenfinsternis-Wetter von Jochen Ebert-Gandor (Dipl.Met.) ebert-gandor@suedwest-wetter.de

Ich finde, dies ist eine brauchbare Erklärung für manchen Wetterunmut.

Die Leute, die nach Saarbrücken gefahren sind, haben sich teilweise über die zu positive Vorhersage für das Saarland geärgert (ich bekam eine ganz bitterböse E-Mail von einem frustrierten Beobachter, der dort hin gefahren war). Deshalb hier noch mal eine Bemerkung zur schwierigen Wetterlage am 11.08.: Was durch die Finsternis passiert ist, hat sich jedem Prognose-Modell entzogen. Es sollte ja von Westen/Nordwesten her langsam aufgehen und heiter bis sonnig werden. Aber durch die Verfinsterung ist ein lokales Tief (Mesotief) entstanden, das für heftige Schauer und zum Teil Gewitter sorgte. Auf dem Radarbild konnte man es schon etwa um 11 Uhr bei Saarbrücken sehen. Es zog dann langsam Richtung Osten (sozusagen im Schlepptau der Kernschattenzone) und hat so ab 13.30 Uhr auch in Karlsruhe Starkregen verursacht. Eine solche Unvorhersehbarkeit in einem längeren Zeitraum als 2 Stunden entspricht fast der Unvorhersehbarkeit der Tornados in den USA. Und eine Sonnenfinsternis hat man auch nicht jeden Tag vor der Haustür. Insofern entschuldige ich mich für die 70 % Beobachtungschance, die ich für Saarbrücken angegeben habe (70% sind aber nur 70% und nicht 100!). Dafür hatten aber alle anderen Prognosen zugetroffen (Stuttgart und Schwäbische Alb waren dicht mit Regen). Und noch eine andere Sache lief anders ab, als in den Tagen zuvor berechnet: Die angekündigte Kaltfront zog so langsam nach Südosten, dass man in München tatsächlich noch die Gelegenheit hatte, die Finsternis zu sehen.


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Stand: 26. Oktober 2004